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Wohnungslos aber nicht ohne Netzwerk

Veröffentlicht von: InaMS

29. November 2011

Ich habe Creezy vor ein paar Jahren das erste mal auf der Re:publica getroffen. Ich glaube das war 2008. Seitdem lese ich in ihrem Blog, wir telefonieren hin und wieder, tauschen uns über das Freiberuflerdasein, über unsere Katzen, über´s Fotografieren aus und haben uns auch ein paar mal am Hackeschen Markt zum Kaffeetrinken getroffen. Creezy ist ein herzensguter Mensch, immer für andere da und steckt jetzt selbst in einer schwierigen Situation. Das, was sie gerade durchmacht, berührt mich sehr. Ich weiß, dass es nicht wenige Menschen gibt, die Spendenaktionen im Web blöd finden, weil sie glauben, es könnte sich dabei um einen Fake handeln. Nein Creezy ist kein Fake. Und ihre Geschichte wohl auch kein Einzelfall, denn wer in den zahlreichen Kommentaren mitliest (die haben inzwischen das Layout gesprengt), findet dort ähnliche Lebenswirklichkeiten beschrieben. Wer Creezy helfen möchte, kann das jetzt auch über ein Spendenkonto tun, das von einem Freund verwaltet wird. Der Spendenbutton befindet sich oben rechts im holyfruitsalad-Blog.

Holy fruit salad:

Montag vor 14. Tagen kam ich nach der Arbeit nach Hause und meine Wohnung war geräumt. Leer. Die Katzen im Tierheim. Schloss ausgetauscht.

Ja, ich konnte seit einigen Monaten meine Miete nicht bezahlen und ja, ich konnte auch diese Briefe nicht mehr öffnen und ja, ich habe mich nicht gekümmert. Ich war nicht mehr in der Lage für mich die Energien aufzubringen, um für mich zu kämpfen.

Ich bin nicht dumm. Ich bin kein asozialer Mensch. Ich bin sozial und kultiviert. Ich bin nicht alkoholabhängig oder von sonstigen Drogen süchtig. Ich bin lediglich ein Mensch, der nach über zehn Jahren Nackenschlägen, Arbeitslosigkeit und dem immer neu zu aktivierenden Optimismus in einem Leben, in dem längst andere kapituliert hätten, einfach die Waffen gestreckt hat. Ich bin genau das, was die Arbeitsagentur versucht zu produzieren: Menschen ohne Arbeit, die vor dem Verwaltungskram und Sanktionen aufgeben, um diesem Staat nicht mehr zur Last zu fallen. Ich habe aufgegeben. Und jetzt bin ich wohnungslos.

Alles lesen im Blog von Creezy

Hier noch ein Zitat aus den zahlreichen Kommentaren:

“Ich werde trotzdem etwas spenden und ich möchte Dich bitten es nicht als milde Gabe oder ähnliches anzusehen, sondern einfach als eine Leihgabe. Irgendwann wird es Dir wieder besser gehen und dann siehst Du vielleicht jemanden, der Hilfe braucht. Dann gib es einfach wieder weiter. ”

Jepp, das ist der Schlüssel, der die Menschlichkeit am Leben hält!

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Ein Kommentar »»

  1. Pingback Rettungsschirm für Creezy
    - Am 29. November 2011 um 11:16

    [...] Artikel über das Schicksal von Creezy bei nischenThema passt gut zum gestrigen Hinweis auf das ARD radiofeature (»Sklavenmarkt [...]

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