Das Internet in Nischen bringen und Nischenthemen mit Hilfe des Internets aus ihrem Schattendasein herausholen.
Hier die Fortsetzung des gestrigen Gastbeitrages von Sebastian Boegel von “Studieren ohne Grenzen e.V.”.
Bildungsqualität fördern
Das Stipendiatenprogramm ist nur eine Säule der Arbeit von Studieren Ohne Grenzen. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Verbesserung der Bildungsqualität in den Zielregionen. In Kindu umfasst dies u.a. den Aufbau eines Computerraums mit Anschluss ans Internet. Von der Wichtigkeit der Informationsbeschaffung über das Internet können wir alle ein Lied singen. Dass dieses Projekt ein sehr wichtiges ist, beschreibt der nächste Absatz von Felix:
„Schnell konnte ich mich von den äußerst schweren Arbeitsbedingungen überzeugen. In Kindu gibt es mittlerweile zwar eine Stromleitung, im Büro gibt es aber nur einige Stunden an einigen Tagen Strom, manchmal auch zwei Wochen lang keinen.
… Zu genüge hatte ich auch Gelegenheit, die Zustände im einzigen Internetcafé der 200.000 Einwohner-Stadt zu erleben: Langsam, laut und überfüllt, mit vielen, z.T. tagelangen Ausfällen.“
22 Helden
„Da saßen sie vor mir, unsere 22 Stipendiaten, für die wir die letzen zwei Jahre so viel gearbeitet hatten. Voll Stolz grinsten neben mir Assani und Sefu, die unter ungleich schwereren Bedingungen ihren Teil dazu getan hatten das Projekt möglich zu machen. Und mehr und mehr sah ich vor mir 22 Helden, die so schwere Zeiten durchgemacht hatten und nun trotz Hitze und Armut studierten, voll Hoffnung ihre Zukunft zu verändern. Jede Minute hat sich gelohnt, dachte ich, und hoffte, dass ich den Dank und die Freude dieses Moments an die vielen Mitglieder von Studieren Ohne Grenzen weitervermitteln würde können.“

Foto: Felix Weth
Engagement fördern
„Erfreulicher Weise schafften wir es, trotz des engen Programms auch einige Stipendiaten bei ihrer Freiwilligenarbeit zu besuchen. Alle Stipendiaten in unserem Programm haben sich quasi als Gegenleistung zu zwei Stunden gemeinnütziger Arbeit pro Woche verpflichtet.
Die meisten geben Nachhilfeunterricht für Analphabeten und haben für ihre Aktivitäten Räumlichkeiten von Schulen zur Verfügung gestellt bekommen. Sie hatten dabei unterschiedliche Zielgruppen gewählt, z.B. Straßenkinder, die nie zur Schule gegangen sind, oder junge Mütter, die während des Krieges dazu keine Chance hatten. Für die Besuche mussten wir tief in die äußeren Viertel von Kindu hinein, wo fast alle Häuser aus Lehm gebaut sind und man nach dem Regen mit dem Motorrad keine Chance hat, weiter zukommen.“
Der Abschied
„Zum Abschied saßen wir zusammen in Kindus schickstem Restaurant am Fluss und diskutierten, wie wir dem gemeinsamen Traum einer Welt mit weniger Angst und Gewalt näher kommen können. Für unser Projekt heißt das auf jeden Fall, mehr Austausch, mehr gemeinsame Projekte zwischen den Studenten hier und dort. So wenig wir von unseren jeweiligen Welten wissen, so viel können wir voneinander lernen und für uns alle ist es gleichermaßen schön zu sehen, dass man etwas bewirken kann.“
Den kompletten Reisebericht finden Sie hier (pdf). Bilder aus Kindu von Felix finden Sie auf flickr. Wollen Sie mehr wissen? Dann schauen Sie doch einfach auf unserer Homepage vorbei oder posten Sie hier Fragen und Anmerkungen. Ich freue mich sehr auf den Dialog.
Dies ist ein Gastbeitrag von Sebastian Boegel von “Studieren ohne Grenzen e.V.”.
nischenThema.de gibt Raum für Gastbeiträge, damit Projekte auch außerhalb ihrer eigenen Netzwerke auf sich aufmerksam machen können und sich durch weitere Vernetzung die Chancen erhöhen, neue Partner und Mitgestalter zu finden.
Hier der Beitrag:
Jeder Mensch hat die Möglichkeit zu freier und guter Bildung. Das hört sich schön an, entspricht aber leider nicht überall der Realität. Aufgrund von Kriegen und Armut haben viele junge Menschen nicht den Zugang zu einer Schulausbildung, geschweige denn zu einem Hochschulstudium. Dabei ist „Bildung die mächtigste Waffe, die wir haben, um die Welt zu verändern“ (Frei zitiert nach Nelson Mandela). Um einen kleinen Beitrag zu leisten gegen diese traurige Tatsache, haben sich im Jahr 2006 Studierende aus Tübingen und Konstanz zusammengetan und „Studieren Ohne Grenzen e.V.“ gegründet. Das Ziel des Vereins ist es, junge Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten durch ein Hochschulstudium dafür zu qualifizieren, selbstständig zum Wiederaufbau ihrer Region beizutragen. (weiterlesen …)